Und weiter geht es in Sachen iPhone-Dilemma. Während es Ende vergangenen Jahres nur Gerüchte waren, ist inzwischen von hoch-offizieller Stelle bestätigt, dass sich die aktuelle iPhone-Generation nicht so gut verkauft, wie Apple dies selbst erwartet hatte. Aus verschiedenen Richtungen wird hierfür der im Vergleich zu anderen Herstellern hohe Preis des iPhone verantwortlich gemacht. Zumindest im extrem stark schwächelnden chinesischen Markt scheint Apple hier nin gegenzusteuern und die Preise zu senken. So berichten die chinesischen Kollegen von National Business Daily zufolge [Google-Übersetzung], dass Apple das iPhone 8, iPhone 8 Plus, iPhone XR, iPhone XS und iPhone XS Max ab sofort um 8,5% günstiger abgibt als bisher. Die Hoffnung liegt offenbar darin, dass dieser Preisnachlass auch an die Kunden weitergeben wird.
Konkret fiele der Preis für das iPhone XR damit um 450 Yuan (umgerechnet ca. € 58,-), während der Nachlass bei anderen Modellen leicht geringer ausfallen soll. Möglich ist, dass es sich hierbei zunächst um einen Testballon handelt um auszutesten, wie der Markt auf den leicht günstigeren Preis reagiert. In jedem Fall wird sich Apple (nicht nur in China) etwas einfallen lassen müssen, möchte man den aktuellen Trend beim iPhone wieder umkehren. Dies betrifft neben dem Preis aber natürlich auch die neuen Features der anstehenden iPhone-Generation und möglicherweise auch deren weitere Diversifizierung.
Apple reagiert auf die geringer als erwartete Nachfrage nach seiner aktuellen iPhone-Generation und reduziert weiter die Produktionszahlen bei seinen Fertigungspartnern in Fernost. Wie Nikkei berichtet, hat das Unternehmen seinen Zulieferern mitgeteilt, dass die Stückzahlen in den kommenden drei Monaten um 10% reduziert werden. Damit hätte Apple die Produktion bereits zum zweiten Mal zurückgefahren. Die Entschidung soll kurz vor der Korrektur der Umsatzerwartung in der vergangenen Woche gefällt worden sein und sämtliche aktuellen Modelle, also das iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR betreffen.
Apple CEO Tim Cook hatte in dem vergangene Woche veröffentlichten offenen Brief vor allem schlechte iPhone-Verkäufe in China, das günstige Akkutusch-Programm im vergangenen Jahr und den andauernden Handelsstreit zwischen China und den USA für den erwarteten Umsatzrückgang verantwortlich gemacht.
Apples Korrektur der eigenen Umsatzerwartungen für das vergangene Quartal hat Anfang des Jahres für eine Menge Aufsehen gesorgt. Seither wird viel über die Gründe gerätselt, wobei einige Spuren nach China und den dort sehr speziellen Markt führen. Analysten von Bank of America Merrill Lynch haben hierzu nun eigene Erkenntnisse präsentiert und vermuten, dass es auch eine Art informellen Boykott für Apple-Produkte von Nutzern in China und Indien geben könnte. Eine Umfrage der Analysten, die von den Kollegen von Bloomberg veröffentlicht wurde zeigt dabei, dass das Interesse an einem Upgrade auf ein iPhone weiter auf dem Rückzug ist, während das Interesse an Produkten aus dem Hause Samsung, Xiaomi oder Huawei steigt. Zudem soll Apple besonders hart von den aktuellen Handelsspannungen zwischen China und den USA getroffen worden sein.
Hierzu passen auch neue Zahlen der Analysten von Counterpoint, nach denen iPhone-Verkäufe im November im Jahresvergleich um 20% rückläufig waren. Interessant ist zudem, dass im November 2017 das vergleichsweise teure iPhone X das sich am besten verkaufende Modell war, während dies im vergangenen Jahr das eher günstige iPhone XR war. Allerdings erreichte das iPhone X dabei ein knapp 50% größeres Volumen im November 2017 als das iPhone XR im Jahr darauf. Im Vergleich mit dem iPhone 8 schnitt das iPhone XR um 5% schlechter ab. Auch bei diesen Zahlen wirken sich vor allem die schwachen Zahlen aus China und Indien besonders stark aus.
Auf der anderen Seite bleibt festzuhalten, dass Apple jedoch keineswegs der einzige große Name ist, der aktuell mit Problemen zu kämpfen hat. So hat auch Samsung aktuell in einer Investorenmeldung bekanntgegeben, dass man für das letzte Quartal 2018 einen Gewinnrückgang befürchtet, der vor allem auf eine geringe Nachfrage auf dem Chipmarkt aber auch in der Smartphone-Sparte zurückzuführen ist. Spekuliert wird momentan, dass der Gewinn einen Betrag von 9,67 Milliarden US-Dollar erreicht habe, was deutlich unterhalb der ursprünglich erwarteten 12 Millarden Dollar läge und einen Rückgang von 29% im Jahresvergleich bedeuten würde.
Bereits seit einiger Zeit wird spekuliert, dass Apple bestrebt sein dürfte, den Notch bei seinem iPhone, in dem sich Sensoren, die FaceTime-Kamera und die TrueDepth-Kamera für Face ID befinden, künftig deutlich kleiner zu gestalten. Zumindest die technischen Voraussetzungen hierfür sind inzwischen geschaffen. So hat der österreichische Apple-Zulieferer AMS eine neue Sensor-Technologie vorgestellt, die sich gut in künftigen iPhones machen würde. Dabei lassen sich die für Face ID benötigten Sensoren direkt hinter einem OLED-Display verbauen, ohne dafür den Notch zu benötigen. Ein spezieller Algorithmus sorgt dafür, dass die Sensoren akurat arbeiten können, ohne dabei von der Helligkeit der Display-Pixel beeinflusst zu werden.

Als Apple das iPhone XR auf seinem iPhone-Event im vergangenen Jahr präsentierte, galt es für die meisten Beobachter als der heimliche Star des Abends und wurde gefeiert als der richtige Schritt von Apple, um die bereits damals leicht schwächelnden iPhone-Absätze wieder mit Schwung zu versehen. Inzwischen hat sich der Wind jedoch gedreht und gipfelte in Apples Korrektur der eigenen Umsatzerwartungen in der vergangenen Woche. Nun wirft das Wall Street Journal einen genaueren Blick auf die Hintergründe und macht dabei das iPhone XR aus als das "phone that’s failing Apple" und damit irgendwie auch als den Hauptschuldigen an der aktuellen Misere.
Während es noch zu früh sei, das iPhone XR als Flop zu bezeichnen, ist es vor allem der nach wie vor hohe (wenn auch im Verhältnis zu den anderen iPhones eher geringe) Preis des Geräts das größte Hemmnis - vor allem in den schwierigen Märkten in China oder Indien. So bekommt man dort die wesentlichen Features des Geräts, nämlich Face ID, Dual-SIM und das Edge-to-Edge Display von anderen Herstellern zu deutlich günstigeren Preisen. Die herausragende Qualität dieser Merkmale von Apple spielt dabei in den genannten Märkten eine eher untergerodnete Rolle, weswegen die dortigen Nutzer nicht bereit sind, den hohen Aufpreis hierfür zu zahlen.
Unter anderem zitiert das WSJ mit Li Derong einen in Shanghai ansässigen Programmierer, der darüber nachdenkt, von seinem aktuellen iPhone 7 auf ein Huawei Mate 20 Pro zu wechseln, da er das iPhone für überteuert hält und den Akku oder die Kamera in dem Huawei-Gerät für gut genug hält, um damit zufrieden zu sein. Und Derong ist dabei nicht der einzige, wie das WSJ mit Verweis auf Daten der Analysten von Canalys belegt. Vor allem die wachsende Konkurrenz von Huawai, Oppo oder Vivo habe in China dazu geführt, dass Apples Marktanteil in den vergangenen Jahren immer mehr gesunken ist.
Der UBS-Analyst Tim Arcuri geht zudem davon aus, dass Apple einfach zu viele Geräte des iPhone XR produzieren ließ und somit die Nachfrage des Geräts deutlich überschätzt habe. Demnach habe Apple offenbar erwartet, dass das iPhone XR in etwa 45% aller neuen iPhone-Verkäufe ausmachen würde. Die Leute würden das Gerät aber schlichtweg nicht kaufen - vor allem in China nicht. Dies spiegelt letzten Endes auch die Kernaussage von Apple CEO Tim Cook wieder, der in seinem offenen Brief zur Umsatzkorrektur in der vergangenen Woche vor allem die schwächelnden Zahlen in China als Grund angeführt hatte.
Nachdem 2018 ja im iPhone-Zyklus ein s-Jahr war, dürften in diesem Herbst deutlich mehr und vor allem auch sichtbare Neuerungen beim iPhone erwartet werden. Glaubt man den aktuellen Hiobsbotschaften zu schlechten Verkaufzahlen, ist dies auch bitter nötig. Die Leak-Spezialisten von Onleaks haben sich nun mit Digit.in zusammengetan und auf Basis ihrer aktuellen Informationen zur nächsten iPhone-Generation Renderings erstellt, die einen ersten Eindruck davon geben sollen, wie die diesjährigen iPhones aussehen könnten. Als Basis diente dem Bericht zufolge ein früher Prototyp aus dem EVT-Stadium des Geräts. EVT steht dabei für "Engineering Validation Test" und stellt die erste Phase dar, die vom DVT ("Design Validation Test") und dem PVT ("Production Validation Test) gefolgt wird.

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, darf man sich bei den neuen iPhones offenbar auf ein drittes Kameraobjektiv auf der Rückseite freuen. Dieses würde demnach mit den anderen Objektiven, dem Blitz und dem Mikrofon in einem quadratischen Kamera-Bump untergebracht. Letzterer dürfte uns also auch die kommenden Jahre beim iPhone begleiten. Das zusätzliche Objektiv könnte gleich mehrere Aufgaben erfüllen, so zum Beispiel bessere Fotos, eine weitere Zoomstufe oder auch 3D-Funktionalitäten.

Als Apple das iPhone X nach einigen Gerüchten in der Tat mit einem Notch, also der markanten Kerbe am oberen Displayrand, in der der Ohrhörer, verschiedene Sensoren, die FaceTime HD Kamera und vor allem die TrueDepth Kamera für Face ID untergebracht sind, schüttelten viele Beobachter verwundert den Kopf. Nach und nach hat sich dieses Design jedoch als State-of-the-Art erwiesen und wurde von verschiedenen anderen Herstellern in ihren Geräten kopiert. Samsung wird nun mit seinem kommenden Galaxy S10 jedoch einen anderen Weg gehen, wie der bekannte Leaker Evan Blass mit einem Bild des kommenden Geräts belegt.

Anstelle eines Notch setzt Samsung beim Galaxy S10 auf eine runde Aussparung in der rechten oberen Ecke des ansonsten vollflächigen Displays. Dies ist allerdings nur deswegen möglich, weil Samsung, anders als Apple mit der komplexen TrueDepth Kamera für einen 3D-Scan des Nutzergesichts, eine deutlich weniger komplexe Kamerakonfiguration für die Gesichtserkennung verwendet.
Bei dem auf dem Bild zu sehenden Gerät soll es sich um eines von drei Galaxy S10 Modellen handeln. Dieses soll von der Größe her dem Galaxy S9 entsprechen und über ein 6,1" großes Display verfügen. Darüber hinaus soll es zwei weitere Modelle mit größeren Displays geben, von denen mindestens eines über eine doppelte Frontkamera verfügen soll. Hierfür müsste die Aussparung selbstverständlich entsprechend anders aussehen. Zudem soll mindestens eines der Modelle Gerüchten zufolge über vier Kameras auf der Rückseite verfügen.
Vorgestellt werden soll das Galaxy S10 angeblich auf dem Mobile World Congress im Februar. Die neuen Geräte sollen dann Samsungs Gegenpart zum iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR bilden. Auch in Sachen iPhone gibt es bereits verschiedene Gerüchte, wonach Apple daran arbeitet, den Notch an seinem iPhone in den kommenden Jahren zu verkleinern. Einen ersten Schritt könnte es dabei bereits in diesem Jahr geben.
Das Jahr 2019 beginnt alles andere als gut für Apple. Erst musste sich CEO Tim Cook mit einem offenen Brief an die Anleger und Investoren wenden und den selbstgesteckten Umsatzausblick auf das zurückliegende Quartal nach unten korrigieren, nun gibt es auch noch schlechte Nachrichten aus Deutschland. Hier ist heute nämlich das Verkaufsverbot für bestimmte iPhone-Modelle in Kraft getreten, welches sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet hatte. Grund hierfür sind von Qualcomm geltend gemachte, angebliche Patentverletzungen Apples. Nachdem der Chip-Hersteller nun 1,34 Milliarden Euro als Sicherheitsleistung beim Landgericht München hinterlegt hat, werden das iPhone 7 und das iPhone 8 in den 15 deutschen Apple Stores nicht mehr verkauft. Ebenfalls betroffen wäre eigentlich auch das iPhone X, welches Apple aber zugunsten des iPhone XS ohnehin vom Markt genommen hatte. Die aktuellsten Modelle sind von dem Verkaufsverbot nicht betroffen.
Erwartungsgemäß hat Apple Rechtsmittel gegen das Urteil des Münchner Landgerichts eingelegt. Unklar ist zudem, wie weit das Verkaufsverbot reicht. Laut Apple gilt es ausschließlich für die 15 Apple Retail Stores in Deutschland. Qualcomm sieht dies jedoch anders und fordert den Verkaufsstopp auch bei den Mobilfunkanbietern und anderen Händlern.
Möchte man es positiv sehen, kann es nach den beiden Hiobsbotschaften des heutigen Tages ab sofort eigentlich nur noch aufwärts gehen. (mit Dank an alle Tippgeber!)