Die Wirtschafts-Spannung zwischen den USA und China halten weiter an und damit auch, wie vorhin bereits berichtet, die latente Gefahr, dass nach Huawei auch Apple in die Streitigkeiten hineingezogen wird. Nicht zuletzt deswegen hat sich Apple in den vergangenen Monaten bereits intensiv mit einer Verlagerung seiner Fertigungsstätten im Reich der Mitte in andere Regionen beschäftigt. Unter anderem rückte dabei auch Indien immer mehr in den Fokus. Zunächst geschah dies vor allem, weil die dortige Regierung verlangte, dass die im Land verkauften Produkte auch zu einem bestimmten Prozentsatz dort gefertigt werden müssen, inzwischen hat sich Indien für Apple jedoch als durchaus veritabler Standort für die iPhone-Produktion erwiesen. Unter anderem werden inzwischen das iPhone SE , das iPhone 6s und das iPhone 7 dort gefertigt.
Diese Geräte sind jedoch offenbar nicht mehr nur für den indischen Markt gedacht. Wie die Economic Times berichtet, exportiert Apple inzwischen eine kleine Anzahl der in Indien von Wistron produzierten iPhones auch nach Europa. In Kürze will Apple-Partner Foxconn wohl ebenfalls damit beginnen, iPhones im bevölkerungsreichsten Land der Erde zu produzieren - dabei soll es sich dann auch um die Higher-End Modelle des Apple-Smartphones handeln.
Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen Gerüchte, wonach Apple an einer Übernahme von Intels Mobilfunkmodem-Sparte oder zumindest den zugehörigen Patenten aus diesem Bereich sei. Intel hat offenbar kein Interesse mehr an diesem Geschäftsbereich, seit sich Apple und Qualcomm auf eine Beilegung ihrer Rechtstreitigkeiten und ein neues Lizenzabkommen einigen konnten, nach dem Apple künftige Modem-Chips für sein iPhone wieder vom Marktführer in diesem Bereich beziehen wird. Intel hatte daraufhin seine Patente zur Versteigerung angeboten.
Wie IAM nun berichtet, hat Intel das Patent-Portfolio wieder vom Markt genommen und ist in exklusive Verhandlungen zum Kauf mit einem nicht näher genannten Interessenten eingestiegen. Der Bericht spekuliert, dass es sich dabei in der Tat um Apple handeln könnte.
Intel gave no indication of who the interested bidder might be; whether, for example, it is an operating company acting on its own, a consortium or an investor play. However, given the reports of Apple's interest in the chipmaker's overall smartphone modem business, the iPhone giant must be seen as among the most likely bidders.
Insgesamt befinden sich in dem Portfolio 8.500 Patente, von denen 6.000 in Verbindung mit 3G, 4G und 5G Mobilfunktechnologien und weitere 1.700 in Verbindung mit der Imlementierung selbiger stehen. Für Apple sind die Patente vor allem deswegen von großem Interesse, da dem iPhone-Hersteller bereits seit einiger Zeit Bestrebungen nachgesagt werden, eigene Mobilfunkmodems produzieren und sich so unabhängig von irgendwelchen Zulieferern machen zu wollen.
Für das kommende Jahr wird das erste 5G-iPhone erwartet. Die darin verbauten Modems dürften allerdings dann immer noch von Qualcomm stammen. Eigene Chips aus dem Hause Apple sollen nicht vor 2022 oder 2023 marktreif sein.
Während die diesjährigen iPhones wohl neben einer Triple Lens Kamera, der Möglichkeit, andere Geräte, wie beispielsweise die AirPods kabellos zu laden und verschiedener interner Updates keine größeren Neuerungen mitbringen werden, dürfte im kommenden Jahr dann der große Hammer folgen. Neben der Unterstützung für 5G-Mobilfunknetze dürfte bei den 2020er iPhones offenbar auch der aktuell noch für die TrueDepth-Kamera auf der Vorderseite benötigte Notch deutlich schlanker werden oder gar komplett wegfallen.
In einer Mitteilung an seine Investoren, die den Kollegen der chinesischen Webseite MyDrivers vorliegt, berichtet der bekannte und vor allem gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo, dass der Notch in den iPhones des kommenden Jahres deutlich schlanker werden wird. Die China Times zitiert darüberhinaus einen Analysten von Credit Suisse in Asien, der aus der Zuliefererkette erfahren haben will, dass Apple plane, die 2020er iPhones komplett ohne Notch auf den Markt zu bringen. Allerdings soll dies auch mit dem Wegfall von Face ID einhergehen. Stattdessen soll Apple dann wieder auf Touch ID setzen, welches jedoch überall auf dem Display dank eines neuen Fingerabdrucksensors funktionieren soll. Die FaceTime-Kamera soll sich dann ebenfalls unter dem Display befinden.
Gerade mit Blick auf den erst kürzlich von Apple veröffentlichten Werbeclip zu Face ID, in dem man neben dem größeren Komfort auch die bessere Sicherheit gegenüber Touch ID zu demonstrieren versucht, halte ich letztere Variante für doch sehr zweifelhaft. Apple wurde seit der Einführung von Face ID nicht müde zu betonen, dass man die Gesichtserkennung für die biometrische Authentifizierungsmethode der Zukunft erwachte. Eine Rückkehr zu Touch ID käme da für mich schon mehr als überraschend.
Dennoch berichtet der Analyst, dass ab 2021 dann alle drei neuen iPhone-Modelle ohne Notch auf den Markt kommen sollen. Apple soll dabei angeblich eine eigene unter dem Display verbaute und auf Akustik basierende Fingerabdrucktechnologie entwickeln anstatt sich auf einen Zulieferer zu verlassen. Dem Analysten zufolge soll sich Apples Zeitplan wie folgt gestalten:
- 2019: Drei neue iPhones mit Face ID und Displaynotch
- 2020: Zwei neue iPhones mit Face ID und kleinerem Notch, ein Modell ohne Notch und mit Touch ID auf dem gesamten Display
- 2021: Drei neue iPhones komplett ohne Notch und mit Touch ID auf dem gesamten Display
Die Berichte über eine neue Touch ID Technologie unter dem Display sind nicht neu und kochen bereits seit Monaten immer wieder hoch. Und so sehr ich mir die Rückkehr des aus meiner Sicht deutlich flexibleren Fingerabdrucksensors auch wünsche, so recht dran glauben mag ich aus den oben genannten Gründen noch nicht. Freuen würde ich mich dennoch, falls es so kommen sollte.