Nicht nur das iPhone 8 sorgt in der Apple-Gerüchteküche derzeit für Schlagzeilen, auch das iPhone SE machte in den vergangenen Tagen wieder von sich Reden. Den Anfang machte dabei bereits vor einigen Tagen der eigentlich aus der Android-Ecke stammende Leaker Pan Jiutang, dessen Post auf dem chinesischen Twitter-Pendant Weibo von vielen Beobachtern dahingehend interpretiert wurde, dass das iPhone SE keine weiteren Updates erhalte, da immer weniger Nutzer sich mit dem verhältnismäßig kleinen 4"-Display zufrieden geben. Nun melden sich jedoch die französischen Kollegen von iGeneration mit eigenen Quellen zu Wort und wollen erfahren haben, dass das iPhone SE Ende August ein Hardware-Update erhalten soll und dabei auch gleich noch von derzeit € 489,- auf dann € 399,- für das 32 GB im Preis gesenkt wird. Konkrete Informationen zu dem Upgrade der Hardware können die Kollegen allerdings nicht liefern.
Nicht nur deswegen wäre ich an dieser Stelle äußerst skeptisch, was beide Gerüchte betrifft. Sämtliche Gerüchte der vergangenen Monate deuten auf drei neue iPhone Modelle in diesem Jahr hin: iPhone 7s, iPhone 7s Plus und iPhone 8. Dies muss aber nicht zwangsweise bedeuten, dass das iPhone SE komplett tot ist. Allerdings wird Apple dann ab dem Herbst drei verschiedene Displaygrößen beim iPhone im Sortiment haben, so dass es nicht unwahrscheinlich erscheint, dass man sich von der letzten verbliebenen 4"-Konfiguration mittelfristig verabschiedet. Auf der anderen Seite hat Apple erst kürzlich eine neue Produktionslinie in Indien in Betrieb genommen, wo derzeit ausschließlich das iPhone SE produziert wird. Erst im März hatte Apple dem kleinsten iPhone ein kleines Speicher-Update verpasst und ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich in diesem Jahr dort noch mehr tut. Die komplette Einstellung des iPhone SE sehe ich in diesem Jahr allerdings auch noch nicht, durchaus allerdings ein weiteres Update im Frühjahr 2017.
Nach wie vor wird kontrovers darüber diskutiert, wann denn nun das iPhone 8 wohl auf den Markt kommen wird. Angeblich soll es ja Verzögerungen an allen Ecken und Enden geben, so dass die volle Kapazität der Massenproduktion angeblich erst im November/Dezember erreicht werde. Der J.P. Morgan Analyst Rod Hall zeichnet nun endlich mal ein zumindest leicht anderes Bild und erwartet, dass Apples erstes OLED-iPhone immerhin in begrenzter Stückzahl wie geplant im September auf den Markt kommen soll. Damit widerspricht er zwar so ziemlich allen aktuellen Erwartungen, zumindest auf mich wirkt das aber mal ausgesprochen erfrischend.
Auch J.P. Morgan sieht Probleme bei der Fertigung, weswegen man auch die Erwartungen an die Absatzzahlen des neuen Geräts für das laufende Jahr ein wenig zurückschraubte. Zumindest in den ersten ein bis zwei Monaten soll das "iPhone Pro", wie es von dem Analysten genannt wird, nur schwer zu bekommen sein. Hatte man ursprünglich mit 9 Millionen Geräten für den September gerechnet, sollen es nun nur noch 2 Millionen sein. Auch in Sachen Preis gibt Hall seine Erwartungen zu Protokoll und geht hier 1.100,- US-Dollar aus. (via 9to5Mac)
Der Lizenzkosten-Streit zwischen Apple und seinem Chip-Zulieferer Qualcomm geht in die nächste Runde. Zur Erinnerung: Laut Apple missbraucht der Chip-Hersteller seine Marktposition, um ungerechtfertigt hohe Gebühren für den Einsatz seiner Chips in iPhone und iPad zu verlangen. Aus diesem Grunde hat Cupertino die Zahlungen eigenmächtig gekürzt und auch verschiedene seiner Zulieferer dazu angewiesen, entsprechende Zahlungen bis zur Klärung der Angelegenheit zurückzuhalten. Den Zahlungsstopp rechtfertigt man unter anderem damit, dass man der Ansicht ist, in der Vergangenheit bereits über 1 Milliarde US-Dollar zu viel an Lizenzgebühren an Qualcomm gezahlt zu haben.
Nachdem Qualcomm deswegen bereits vor einigen Tagen einen Einfuhrstop für das iPhone in die USA erwirken wollte, soll dieser nun auch auf Deutschland ausgeweitet werden. Die entsprechenden Klagen wurden bereits bei den zuständigen Gerichten in München und Mannheim hinterlegt. Für Apple zum Problem werden könnte dabei, dass die Gerichte hierzulande eher freundlicher den Patentinhabern gegenüber gestimmt sind und auch deutlich schneller entscheiden, wie das Handelsblatt berichtet.
Ein wenig überraschend kommt die Entwicklung dennoch, zumal sich der CEO von Qualcomm inzwischen auch erstmals eine außergerichtliche Einigung vorstellen kann, wie er in einem Interview mit Fortune kürzlich zu Protokoll gab. Laut Reuters haben sich nun aber auch die vier iPhone-Fertiger Foxconn, Pegatron, Wistron und Compal hinter Apple gestellt und werfen Qualcomm Verstöße gegen das Kartellrecht vor. Ein Ausgang der Auseinandersetzung ist momentan ebenso wenig absehbar wie die Auswirkungen der Einfuhrstopp-Forderungen.
Auch wenn Renderings zum iPhone 8 inzwischen mehr oder weniger inflationär durchs Internet getrieben werden, sorgt jedes neue Werk für ein kleines bisschen mehr Klarheit zu dem, was Apple im Herbst wohl als Jubiläums-iPhone präsentieren wird. Nun hat auch Forbes (via 9to5Mac) seine Informationen, die man von von Schutzhüllenherstellern erhalten haben möchte, in neue Renderings gegossen und zur allgemeinen Diksussion veröffentlicht. Dabei schlägt man in dieselbe Kerbe, in die auch die letzten Gerüchte schlugen. So sind neben dem beinahe rahmenlosen Display auch eine Aussparung am oberen Rand für Sensoren, Kamera und Co., ein längerer Powerknopf und die vertikal angeordnete Kamera auf der Rückseite zu sehen.

Während der Autor des Artikels Gordon Kelly hinter der neuen Anordnung der Kamera Funktionen aus dem Bereich Augmented Reality erwartet, klären auch die Informationen von Forbes nicht auf, wie Apple mit Touch ID im iPhone 8 verfahren wird. Möglich ist nach wie vor, dass der Sensor tatsächlich in den länglicheren neuen Powerknopf wandert.