Unter anderem fanden die Anwälte von Qualcomm verschiedene interne E-Mails von Apple, aus denen hervorgeht, dass Apple offenbar massenhaft günstige Patente aus dem Bereich der Modemchips, unter anderem von Huawei und Ericsson, eingekauft hat, um hiermit zu belegen, dass Qualcomms Lizenzforderungen deutlich zu hoch angesetzt sind (via Washington Post). Die Anwälte leiteten hieraus ab, dass Apple offenbar versucht habe, "Beweise zu konstruieren", um Qualcomm zu diskreditieren und die Patente des Unternehmens wertloser darzustellen, als diese tatsächlich seien.
Der Plan ist in jedem Fall ganz offensichtlich nach hinten losgegangen und Qualcomm darf durchaus als Sieger der über zwei Jahre andauernden juristischen Auseinandersetzung angesehen werden. Nicht nur hat Apple offenbar zwischen 5 und 6 Milliarden US-Dollar an Kompensationszahlungen in Richtung Qualcomms für die vergangenen beiden Jahre geleistet, auch die Lizenzkosten für künftig im iPhone verbaute Modemchips hat sich offenbar von bisher 7,50 Dollar auf zwischen 8,- and 9,- Dollar pro iPhone erhöht.
Wenn man es positiv sehen möchte, ist auch der Nutzer im Endeffekt ein Gewinner der Einigung. Außer Qualcomm ist derzeit offenbar kein anderer Chip-Hersteller weltweit in der Lage, 5G-Modemchips in der von Apple geforderten Stückzahl und Qualität zu produzieren. Dank der Einigung und der damit verbundenen neuen Lizenzvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen, dürfte nun die Verfügbarkeit von 5G im iPhone ab dem kommenden Jahr gesichert sein.

