Für viele Beobachter gilt das iPhone XR als der heimliche Star des iPhone-Events vor knapp zwei Wochen. Die Fülle an Technologie, die man hier für einen vergleichsweise günstigen Preis bekommt dürfte dafür sorgen, dass sich die Erwartungen der Analysten bewahrheiten und das bunte Gerät das iPhone wird, welches sich in diesem Jahr am besten verkauft. Diese Erkenntnis dürfte sich inzwischen auch bei Apple durchgesetzt haben, weswegen man nun Maßnahmen ergreift, um den drohenden Lieferengpässen frühzeitig entgegenzuwirken. Produktionsschwierigkeiten beim Display hatten ohnehin schon dazu geführt, dass das Gerät erst im Oktober und damit ca. einen Monat nach dem iPhone XS und iPhone XS Max auf den Markt kommt.
Einem Bericht der Economic Daily News zufolge hat Pegatron nun die Hälfte seines ursprünglich geplanten Produktionsvolumens an Konkurrent Foxconn verloren, da man das Gerät nicht in ausreichender Stückzahl produzieren konnte. Man darf also gespannt sein, wie sich die Liefersituation gestalten wird, wenn das iPhone XR ab dem 19. Oktober vorbestellt werden kann. Der offizielle Verkaufsstart erfolgt dann am 26. Oktober. (via DigiTimes)
Eine der eher weniger beachteten Neuerungen in den neuen iPhones sind verbesserte LTE-Geschwindigkeiten. Und genau hierzu gibt es aktuell zwei News - nämlich eine positive und eine negative. Auf der positiven Seite haben weitere Tests von Macworld belegt, was die Kollegen von SpeedSmart bereits vor einigen Tagen vermeldeten. Dank der von Apple erstmals verbauten Antennen-Technologien 4×4 MIMO, QAM und LAA konnten die Datenübertragungsraten von WLAN und LTE deutlich verbessert werden. Optisch manifestiert sich dies unter anderem auch in einem neu platzierten Antennenband an der Unterkante des iPhone XS. Die Kollegen der Macworld sahen beispielsweise im WLAN eine bis zu 45% bessere Upload-Geschwindigkeit. Im US-Netz von T-Mobilezeigte der Dwnload gar 77% mehr Geschwindigkeit im Vergleich zum iPhone X.
Leider gibt es aus dieser Ecke aber Negatives zu berichten. So mehren sich aktuell Nutzermeldungen, die von Problemen mit der Konnektivität bei LTE und WLAN und auch von Geschwindigkeits-Problemen berichten. Unter anderem gibt es hierzu verschiedene Threads im Forum von MacRumors. Dabei soll sich das Problem erst nach einigen Minuten nach Inbetriebnahme eines iPhone XS zeigen, was auch für einen Neustart gilt. Nach anfänglich gutem Empfang bricht dieser den Berichten zufolge nach kurzer Zeit im Vergleich zu älteren iPhones spürbar ein. Allerdings scheint das Problem auf bestimmte Mobilfunknetze beschränkt zu sein. Während vor allem Verizon-Nutzer von den Problemen betroffen scheinen, melden Nutzer von AT&T aktuell so gut wie keine Probleme. Ich für meinen Teil kann im Telekom-Netz mit dem iPhone XS ebenfalls keine Probleme feststellen.
Neben den Problemen im Mobilfunknetz soll es aber auch im WLAN-Betrieb zu verschiedenen Schwierigkeiten kommen. Diese hängen offenbar damit zusammen, dass die neuen iPhones das 2,4 GHz Band bevorzugen, wenn ein 2,4 GHz und ein 5 GHz Netzwerk zur Verfügung stehen, die beide auf denselben Namen hören. Die meisten betroffenen User haben festgestellt, dass die Übertragungsgeschwindigkeit des iPhone XS vor allem im 2,4 GHz Betrieb langsamer ist als gewohnt. Ein Wechsel in das 5 GHz Netzwerk kann dieses Problem also beheben.
In beiden Fällen ist es nicht unwahrscheinlich, dass Apple sie mit einem Update der Modem-Firmware, also per Softwareupdate wird beheben können. Solltet ihr also betroffen sein, heißt es hierfür Daumendrücken!
Die Entwicklungen bei Smartphones haben langsam aber sicher einen gewissen Sättigungsgrad erreicht, so dass vor allem auf der technischen Seite inzwischen intelligente Chips, die Kamera und das Display im Fokus stehen. Und auch beim iPhone XS und iPhone XS Max hat Apple offenbar wieder ganze Arbeit geleistet, die die Spezialisten von DisplayMate Technologies nun berichten. Diese haben sich nämlich die Displays der neuen iPhones einmal genauer angesehen und dabei attestiert, dass das iPhone XS Max über das aktuell beste am Markt befindliche Display verfügt. Gegenüber dem iPhone X konnte Apple gleich verschiedene Aspekte verbessern, so unter anderem die maximale Helligkeit und eine abermals verbesserte Farbtreue in der Darstellung. In Sachen Reflexionen haben die Kollegen von DisplayMate lediglich 4,7% gemessen - den niedrigsten Wert jemals bei einem Smartphone. Aus der Kombination der hohen Helligkeit mit der geringen Reflexion ergibt sich einer der besten Kontrastwerte aller bisher getesteten Smartphones.
Wer sich für die technischen Details zu den Testverfahren und die dabei erzielten Ergebnisse interessiert, sollte einen Abstecher zum wirklich lesenswerten DisplayMate-Test wagen.
Die Verkäufe der einzelnen iPhone-Modelle schlüsselt Apple traditionell auch bei der Bekanntgabe der offiziellen Quartalszahlen nicht auf. Dennoch lassen diese Zahlen zumindest einen gewissen Rückschluss auf die Absätze zu. Bis Apple sie bekanntgibt, wird es aber noch ein wenig dauern und so müssen wir uns zunächst mit den Informationen des gut informierten Apple-Analysten Ming-Chi Kuo zufrieden geben. Kuo schlägt dabei in dieselbe Kerbe wie die ersten Informationen aus der Zuliefererkette auch. Demnach sei die Nachfrage nach dem iPhone XS Max höher als erwartet, wobei das größere der beiden iPhone XS Modelle seinen kleinen Bruder um das Drei- bis Vierfache übertrumpfen soll. Vor allem das Modell mit 256 GB Speicherkapazität erfreut sich großer Beliebtheit, während beim 512 GB Modell erhebliche Lieferschwierigkeiten zu erwarten seien, da Samsung hier der einzuge zuverlässige Zulieferer für die benötigten Speicher-Chips sei.
Auch die Nachfrage nach der Apple Watch Series 4 ist laut Kuo deutlich besser als erwartet. Aus diesem Grund sei auch mit knappen Beständen zu rechnen, bis sich der neue Produktionspartner Compal ab November zum aktuell einzigen Fertiger Quanta hinzugesellt. Dennoch hat Kuo seine erwarteten Absatzzahlenfür die Apple Watch im Jahr 2018 von 18 Millionen auf 18,5 bis 19,5 Millionen Geräte nach oben korrigiert.
Für das im Oktober startende iPhone XR prognostiziert Kuo rosige Zeiten, da sich hier mehr Nutzer entscheiden dürften, ein Upgrade durchzuführen, als im vergangenen Jahr noch beim iPhone 8. (via MacRumors)