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Huawei fordert Lizenzabgaben für 5G-Technologien von Apple und Samsung

Die Auseinandersetzung, die sich Apple über Jahre hinweg mit dem Chip-Lieferanten Qualcomm über rechtmäßige oder unrechtmäßige Lizenzzahlungen für die Nutzung von Mobilfunktechnologien geliefert hat, ist inzwischen schon beinahe legendär. Über mehrere Jahre und Instanzen hinweg bekriegten sich die beiden technologie-Giganten, bis man sich vollkommen überraschend außergerichtlich einigte, sämtliche Lizenzstreitigkeiten auf einen Schlag beilegte und Qualcomm inzwischen auch wieder die 5G-Modemchips für das iPhone an Apple liefert. Nun bahnt sich allerdings eine neue, vermutlich sogar ähnlich gelagerte Geschichte an.

Wie Bloomberg berichtet, soll nun nämlich Huawei planen, Lizenzabgaben für 5G-Technologien von Apple und Samsung einzufordern. Huawei ist nämlich nicht nur ein Konkurrent der beiden Hersteller auf dem Smartphone-Markt, der chinesische Konzern hält auch die größte Sammlung an 5G-Patenten überhaupt.

Während der Auseinandersetzung mit Qualcomm hatte Apple stets betont, dass man gewillt sei, faire Lizenzabgaben für die Nutzung von Technologien zu zahlen, die Forderungen des Chip-Lieferanten aber für deutlich zu hoch hält. Huawei hat bereits angekündigt, dass man niedrigere Forderungen stellen würde, als dies Qualcomm oder auch Nokia in der Vergangenheit getan haben. Möglicherweise können sich die Chinesen und Apple also auch ohne größere Auseinandersetzung einigen.

Apple selbst hatte kurz nach der oben angesprochenen Einigung mit Qualcomm die Mobilfunk-Modemsparte von Intel übernommen und sich dabei auch eine ganze Reihe von Patenten einverleibt, die aktuell bereits in die Entwicklung eigener Modemchips einfließen. Komplett wird man hierdurch allerdings wohl nicht um die Zahlung von Lizenzabgaben herum kommen, da man wohl oder übel auch auf Technologien wird zurückgreifen müssen, an denen Qualcomm, Nokia, Huawei und Co. entsprechende Patente halten.

Apple beugt sich russischem Gesetz zur Verpflichtung von vorinstallierten Apps auf Smartphones und Co.

Ende 2019 hatte ich bereits berichtet, dass in Russland ein Gesetz verabschiedet wurde, wonach jedes Smartphone, jeder Computer und sogar jedes Smart TV mit vorinstallierten russischen Apps ausgeliefert werden muss. Während dies vor allem mit der Unterstützung der lokalen Wirtschaft begründet wird, haben Datenschützer größte Bedenken, dass auf diese Weise Überwachungs-Apps auf die Geräte geschleust werden sollen, was dazu führen könnte, dass sich manche Hersteller komplett aus dem Markt zurückziehen. Als erstes käme einem dabei natürlich Apple in den Sinn, wo man ja bekanntermaßen sehr viel Wert auf den Datenschutz bei seinen Nutzern legt. Kommt ein Hersteller der Installation der geforderten Apps nicht nach, würden seine Geräte für den russischen Markt nicht mehr zugelassen.

Wie die Kollegen von Vedomosti nun berichten, hat sich Apple offenbar mit der russischen Regierung geeinigt, um dem neuen Gesetz in gewisser Weise gerecht zu werden. Dabei werden allerdings keine Apps direkt vorinstalliert. Stattdessen bekommt der Nutzer ein Popup angezeigt, der den Nutzer dazu auffordert, die von der russischen Regierung ausgewählten Apps zu installieren. Hierdurch können die Nutzer auch der Installation bestimmter Apps widersprechen. Das Popup wird dem Bericht zufolge ab dem 01. April bei der Einrichtung eines neuen iPhones oder iPads angezeigt.