Apple vs. FBI: Terroristen-iPhone angeblich geknackt - FBI zieht sich zurück
Es könnte das vorläufige Ende der Auseinandersetzung zwischen Apple und den US-amerikanischen Vollzugsbehörden sein. Wir erinnern uns kurz. Bei einem der Terroristen, die einen Anschlag im kalifornischen San Bernadino verübten, konnte ein iPhone 5c sichergestellt werden, welches jedoch mit einer PIN gesichert war. Da sich das FBI nicht in der Lage sah, diese Sicherheitsmaßnahme zu umgehen, wollte man Apple per richterlicher Anweisung dazu zwingen, eine modifizierte iOS-Version zu entwickeln, die zahlreiche Sicherheitsfunktionen des Systems deaktiviert, um an die auf dem Gerät lagernden Daten zu gelangen. Die Auseinandersetzung wuchs schnell zu einer Grundsatzdebatte über das Thema Datenschutz und wurde breit in der Öffentlichkeit diskutiert, wobei sich die meisten Stimmen auf die Seite von Apple schlugen, wo man sich beharrlich weigerte, das eigene System zu schwächen. Kurz vor der Gerichtsanhörung, die ursprünglich heute vor einer Woche hätte stattfinden sollen, zug das FBI seinen Antrag jedoch zurück. Man habe ein Angebot von einem Unternehmen erhalten, welches angeblich über eine Methode verfügt, die Daten auszulesen. Dabei soll es sich um das israelische Forensik-Unternehmen Cellebrite
handeln, dessen Haupttätigkeitsfeld ohnehin die Beschaffung von Daten
von Mobilgeräten für Sicherheitsbehörden und Geheimdienste ist.
In der vergangenen Nacht nun hat das US-Justizministerium bekannt gegeben, dass man tatsächlich erfolgreich gewesen sei und das iPhone geknackt habe. Damit sei die richterliche Verfügung gegenüber Apple hinfällig. In den Medien ist hierzu bereits eine Diskussion entbrannt. Diverse Beobachter halten es dabei für unwahrscheinlich, dass das FBI das iPhone tatsächlich "geknackt" habe. Stattdessen kursieren Meldungen, wonach man Hinweise auf die PIN in den Unterlagen der Terroristen gefunden habe. Auch die Meinung, dass das FBI sich auf diese Weise elegant aus einer aussichtlosen öffentlichen gerichtlichen Auseinandersetzung schlängeln wollte, ist immer wieder zu hören. Vielleicht haben die Israelis es aber auch ganz einfach tatsächlich geschafft das Gerät zu knacken.
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