Während es bis zum traditionellen Teardown der neuen iPhone 13 Modelle durch die Reparaturspezialisten von iFixit noch ein wenig dauern wird, hat der hin und wieder mal in Erscheinung tretende Leaker Sonny Dickson nun auf Twitter Bilder veröffentlicht, die einen ersten Blick in das Innere eines iPhone 13? gewähren. Dabei sind verschiedene Änderungen zu sehen, die Apple gegenüber dem Vorgängermodell vorgenommen hat. Hierzu zählen unter anderem ein größerer Akku, eine kleinere Taptic Engine und auch die neuen, kleineren und neu angeordneten Komponenten für TrueDepth Kamera. Bereits vor einigen Wochen waren Meldungen aufgekommen, wonach Apple bestrebt ist, die internen Komponenten seines Smartphone zu verkleinern, um auf diese Weise mehr Platz für beispielsweise einen größeren Akku zu schaffen. Die kleinere Taptic Engine und der gleichzeitig gewachsene Akku dürften ein Beispiel hierfür sein.
Erstmals seit seiner Einführung mit dem iPhone X hat Apple auch den Notch am oberen Displayrand etwas schmaler gestaltet. Um ungefähr 20% soll die Reduktion ausgefallen sein, was man in erster Linie durch eine Neuanordnung der Komponenten geschafft hat. Unter anderem ist die FaceTime-Kamera nun auf die linke Seite der TrueDepth-Kamera gewandert, während der "Dot Projector" und die Infrarotkamera nach rechts verfrachtet wurden. Zudem hat Apple die Hörermuschel des Telefons weiter nach oben in den Rahmen verlegt.
Schon seit einiger Zeit gibt es in der EU Bestrebungen, die Ladeanschlüsse von Smartphones auf einen einheitlichen Standard zu bringen. Hierdurch möchte man erstens eine Kompatibilität erzeugen und zweitens Elektroschrott durch diverse Kabel und Ladegeräte vermeiden. Diese Bestrebungen haben nun eine weitere Hürde genommen. Wie Reuters berichtet, hat die Europa-Kommission wie angekündigt ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches USB-C als verbindlichen Anschlussstandard für Smartphones festlegt. Alle in der EU verkauften Geräte müssen dann diesem Standard entsprechen. Während die meisten Android-Smartphones bereits auf USB-C setzen, dürfte Apple von der Regelung am meisten betroffen sein, da am iPhone nach wie vor der proprietäre Lightning-Anschluss zum Einsatz kommt. Neben Smartphones sind zudem auch Tablets, Kameras, Kopfhörer, mobile Lautsprecher und mobile Videospielkonsolen hiervon betroffen.
In der Vergangenheit hatte Apple mehrfach gegen die gesetzliche Bestimmung argumentiert. Erstens würde diese Innovationen verhindern und zweitens müssten iPhone-Nutzer auf den neuen Standard umsteigen, wodurch eher mehr als weniger Elektroschrott produziert werden würde. Diese Aussage hat man auch heute noch einmal gegenüber Reuters wiederholt. Dennoch dürfte Apple auf eine entsprechende Entscheidung vorbereitet sein. Denkbar wäre unter anderem die Dreingabe eines USB-C auf Lightning-Adapters um dem neuen Gesetz zu entsprechen. Andererseits hat Apple inzwischen auch Erfahrung mit USB-C als Lade- und Datenanschluss an seinen mobilen Geräten. Das iPad Pro, das iPad Air und das neue iPad mini setzen beispielsweise bereits auf diesen Standard.
Der Gesetzentwurf sieht zudem auch vor, dass Ladegeräte künftig nicht mehr im Lieferumfang der Geräte enthalten sein und stattdessen separat verkauft werden sollen. Hier hat Apple sogar eine Vorreiterrolle inne und hat bereits im vergangenen Jahr beim iPhone 12 und der Apple Watch Series 6 damit begonnen, auf das Ladegerät im Lieferumfang zu verzichten.
Der Entwurf muss nun noch das EU-Parlament und die Regierungen der Länder passieren bevor er umgesetzt werden kann. Die Länder können dabei auch noch Veränderungsvorschläge einreichen. Bei der EU-Kommission hofft man, dass das finale Gesetz dann 2022 in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt hätten die Technologiekonzerne dann zwei Jahre Zeit, ihre Geräte auf USB-C umzustellen.
Für den Fall, dass ihr euch noch nicht entschieden habt, ob ihr auf das iPhone 13 umsteigen wollt oder nicht und das Thema Kameraqualität für euch eine große Rolle spielt, könnten die unten zu sehenden Bilder des Fotografen Austin Mann als Entscheidungshilfe dienen. Dieser hat nämlich inzwischen sein jährliches Review der Kameraoptionen des neuesten iPhone veröffentlicht und zeigt dabei anhand eines iPhone 13 Pro, was mit der abermals verbesserten Kamera alles möglich ist. Dabei war Mann im Ruaha National Park im afrikanischen Tansania unterwegs und probierte dort die neuesten Funktionen wie das Knipsen von Makro-Fotos, den neuen, nun 3-fachen Zoom des Teleobjektivs oder auch den Cinematic-Modus aus. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.
Laut Mann ist der Makro-Modus die vielleicht beste Neuerung bei den diesjährigen iPhones, da es endlich eine oft geäußerte Forderung von professionellen Fotografen erfüllt. Die auf diese Weise geschossenen Fotos seien äußerst scharf, funktionieren auch bei eher schlechten Lichtverhältnissen und stellen somit quasi ein viertes Objektiv dar, welches Apple aber physisch gar nicht verbaut habe. Das neue 13mm Ultraweitwinkel-Objektiv mit seiner f/1.8 Blende sorgt vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen für schärfere Bilder. Die Schärfe sei laut Mann sogar "drastically improved". Das neue 77mm Tele-Objektiv ist um 33% gegenüber dem Gegenpart im iPhone 12 Pro gewachsen und hat dabei auch einen größeren Sensor erhalten. Die Auswirkungen sind laut Mann deutlich spürbar und eine klare Verbesserunge gegenüber dem Vorgänger-iPhone.
Auf Softwareseite führt Apple mit dem iPhone 13 sogenannte "Photographic Styles" ein, mit denen Mann ebenfalls experimentierte. Auch hiervon zeigt sich Mann begeistert. Während die meisten professionellen Fotografen vermutlich in ProRAW fotografieren werden, sind die "Photographic Styles" ideal zum schnellen Schießen von hochqualitativen Fotos ohne große Notwendigkeit einer Nachbearbeitung und somit eine tolle Ergänzung für alle Hobby-Fotografen. Das komplette Review von Austin Mann kann auf seiner Webseite eingesehen werden. Dort präsentiert er auch ein paar Videoclips im neuen Cinematic Modus.




