Apple langsam aber sicher die Zügel der diesjährigen Betaphase der nächsten großen Updates seiner Betriebssysteme an und veröffentlichte am heutigen Abend die inzwischen sechsten Betas von iOS 13, iPadOS 13, watchOS 6 und tvOS 13 für registrierte Entwickler. Von einer neuen Beta von macOS Catalina fehlt hingegen zur Stunde noch jede Spur. Diejenigen, die bereits die ersten Betas installiert hatten, dürften sich sicherlich über die neuen Versionen freuen, waren doch auch die letzten Betaversionen noch von diversen Problemen geplagt. Vor allem die Mail-App wies doch teilweise noch erschütternde Bugs auf. Aber dafür handelt es sich eben auch um Betaversionen, die nicht für den Gebrauch auf Geräten gedacht sind, die sich im alltäglichen Einsatz befinden.
Die Installation der heute Abend veröffentlichten Vorabversionen erfolgt erneut wie von früher gewohnt über die vorherige Installation eines Konfigurationsprofils, welches im Developer Center bereitsteht. Ist dieses installiert, erfolgt das Updaten der Betas wie gewohnt über die Softwareaktualisierung. Teilnehmer am Public Beta Programm dürften ebenfalls in Kürze Zugriff auf die neuen Previews erhalten.
Während das iPhone auch im zweiten Quartal weiter geschwächelt hat, dominiert Apple mit seiner Apple Watch auch weiterhin den Smartwatch-Markt. So war die Uhr aus Cupertino für knapp die Hälfte aller Smartwatch-Verkäufe im zweiten Quartal 2019 verantwortlich, wie die Analysten von Strategy Analytics (via MacRumors) berichten. Mit ermittelten 5,7 Millionen Apple Watches kommt Apple auf einen Marktanteil von 46% und liegt damit deutlich an der Spitze vor Samsung und Fitbit. Vor allem letzterer Hersteller hat unter der starken Konkurrenz kräftig zu leiden und verlor über 5% seines Marktanteils.
Auch im Jahresvergleich konnte Apple kräftig zulegen. Brachte man im selben Quartal 2018 3,8 Millionen Apple Watches an den Mann, waren es in diesem Jahr knapp 2 Millionen mehr. Dadurch stiegt auch der Marktanteil um 2% von ehemals 44% an.

Apple hat den heutigen Abend für einen großen Update-Rundumschlag genutzt und die zuletzt noch im Betastadium befindlichen Betriebssystem-Versionen iOS 12.4, macOS Mojave 10.14.6, watchOS 5.3 und tvOS 12.4 in ihrer finalen Version für alle Besitzer eines kompatiblen Endgeräts veröffentlicht. Mit iOS 12.4 führt Apple eine neue kabellose Möglichkeit ein, Daten von einem älteren auf ein neues iPhone zu übertragen. Hinzu gesellen sich verscihedene Verbesserungen für Apple News und allgemeine Verbesserungen. Keine Erwähnung findet in den Releasenotes hingegen die Apple Card. Es war eigentlich davon ausgegangen worden, dass der Start der Kreditkarte aus Cupertino mit der Veröffentlichung von iOS 12.4 zusammenfallen würde.
Auch Nutzer der Apple Watch werden sich freuen, stellt watchOS 5.3 doch wieder die zuletzt von Apple wegen einer Sicherheitslücke deaktivierte Walkie-Talkie-Funktion wieder her. Darüber hinaus bringt das Update die Unterstützung der EKG-Funktion für Kanada und Singapur mit. Das Update kann wie gewohnt über die Watch-App auf einem verbundenen iPhone geladen und installiert werden. Die Apple Watch muss sich hierzu am Ladekabel befinden und mindestens 50% Restakku haben.
macOS Mojave 10.14.6 kann auf unterstützten Macs ebenfalls über die Softwareaktualisierung geladen werden. Enthalten sind laut Apple verschiedene Verbesserungen im Zusammenhang mit Apple News und mit Boot Camp Partitionen auf einem iMac oder Mac mini mit Fusion Drive. Hinzu gesellen sich die üblichen allgemeinen Verbesserungen.
Welche Neuerungen in tvOS 12.4 konkret stecken, ist nicht bekannt, zumal Apple hier keine Releasnotes ausgibt. Allerdings hat Apple auch die dritte Generation des Apple TV mit einem Update auf Version 7.3.1 bedacht. Auch hier sind jedoch keine Neuerungen bekannt. Der HomePod bekommt ebenfalls eine neue Softwareversion spendiert. Diese bringt die Unterstützung für den Start des smarten Lautsprechers in Japan und Taiwan mit.
Und auch Besitzer älterer iPhones und iPads dürfen sich am heutigen Abend noch einmal über ein seltenes Update freuen. So veröffentlichte Apple auch iOS 9.3.6 und iOS 10.3.4 für einige Geräte, die von iOS 12 nicht unterstützt werden. Das Update behebt ein Problem, durch das die Genauigkeit der Positionsbestimmung via GPS ungenau sein konnte, was zu inkorrekten Datums- und Uhrzeitanzeigen führen konnte.
Noch hat Apple den Wechsel von der klassischen LCD- auf die OLED-Displaytechnologie beim iPhone nicht abgeschlossen, da bahnt sich bereits der nächste Wechsel an. So berichtet die Economic Daily News, dass Apple bereits ab dem kommenden Jahr die ersten Geräte mit microLED-Displays auf den Markt bringen könnte. Wie bereits bei den OLED-Displays würde dabei den kleinsten Apple-Displays, nämlich denen in der Apple Watch die Vorreiterrolle zukommen. Angeblich befindet sich Apple bereits in entsprechenden Geräten mit Zulieferern in Taiwan. Auch wenn sich diese natürlich bedeckt halten, bestätigten sie immerhin, dass man sich in der Tat in Gesprächen mit der"US smartwatch industry" befinde.
Die Massenproduktion entsprechender Bauteile würde eine Vorlaufzeit von ca. neun Monaten beanspruchen, was durchaus gut zu dem gewohnten Aktualisierungszyklus der Apple Watch im Herbst eines jeden Jahres passen würde. Im Zuge der weiteren Entwicklung soll dann auch früher oder später das iPhone auf microLEDs umgestellt werden. Dies ist keineswegs neu und wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach diskutiert. Wie es aussieht, kommt nun aber langsam Schwung in die Sache. Gegenüber OLED-Displays soll die microLED-Technologie eine längere Akkulaufzeit und kleinere Bauformen ermöglichen. Auch der sogenannte Einbrenneffekt bei Displays wäre mit der neuen Technologie noch einmal geringer.

Die Markteinführung der physischen Version der Apple Card dürfte langsam aber sicher näherrücken. So hat Apple am heutigen Abend nur eine Woche nach der letzten Veröffentlichung neue Beta-Versionen für iOS 12.4 und watchOS 5.3 zum Download bereitgestellt. Die neuen Versionen können aktuell ausschließlich von registrierten Entwicklern geladen werden, Teilnehmer am Public Beta Programm dürften im Laufe der nächsten Stunden jedoch ebenfalls versorgt werden. Aus den bisherigen Betas sind keine wirklich relevanten Neuerungen bekanntgeworden. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass Apple verschiedene Dinge vorbereitet, die mit der anstehenden Ausgabe der physischen Version der Apple Card zusammenhängen. Die großen Neuerungen aus dem März-Event, wie Apple TV+ oder Apple Arcade folgen jedoch erst im Herbst mit iOS 13.
Nein, als sinnvolle Plattform für die meisten Apps hat sich die Apple Watch wahrlich nicht erwiesen. Die meisten mir bekannten Nutzer verwenden die Watch als alltäglichen Fitness-Überwacher und als Verlängerung der Benachrichtigungen, die auf dem iPhone eingehen. Für sinnvolle Anwendungen ist das Display dann eben schlichtweg zu klein. Dies haben nach anfänglicher Euphorie nach und nach auch immer mehr teils hochrangige Entwickler einsehen müssen und sich mit ihren Apps wieder von der Apple Watch zurückgezogen.
Nachdem bereits unter anderem Twitter, Google Maps, Amazon oder eBay keine eigenen Apple Watch Apps mehr anbieten, zieht sich nun auch die Google-Tochter Nest von Apples Smwartwatch zurück und bietet damit nicht mehr die Möglichkeit der Steuerung des heimischen Nest-Thermostats vom Handgelenk aus an. Dies gilt sowohl für die Apps auf der Apple Watch als auch für Wear OS mit der Veröffentlichung der Nest-App in Version 5.37 vom vergangenen Dienstag.
Gegenüber den Kollegen von 9to5Google geben die Entwickler an, dass nur eine sehr kleine Anzahl von Nutzern überhaupt die Smartwatch-Apps von Nest verwendeten, weswegen man sich künftig lieber auf Weiterentwicklungen der Nest-App für Smartphones und die exklusiv unter Wear OS zur Verfügung stehenden Google Assistant Funktionen konzentrieren wird. Die Steuerung der smarten Thermostate kann natürlich auch weiterhin über die Nest-App auf dem iPhone erfolgen. Auf der Apple Watch gehen aber auch weiterhin natürlich die dort empfangenen Benachrichtigungen ein.
Man darf gespannt sein, obApple ab Herbst mit watchOS 6 und dem darin enthaltenen eigenständigen AppStore für die Apple Watch das Steuer wird herumreissen können.
Anfang des Jahres sorgte ein schwerer Bug bei Gruppenanrufen in Apples FaceTime für Aufsehen, durch den Gespräche ohne das Wissen des Angerufenen initiiert werden und die Person auf diese Weise quasi abgehört werden konnte. Apple deaktivierte die Funktion seinerzeit serverseitig so lange, bis das Problem mit einem Softwareupdate aus der Welt geschaffen werden konnte. Ein ähnliches Szenario wiederholt sich nun offenbar auch mit der Walkie-Talkie-App auf der Apple Watch, die Apple mit watchOS 5 eingeführt hatte.
Gegenüber den Kollegen von TechCrunch erklärte Apple, dass man auch diese Funktion aktuell serverseitig deaktiviert habe, da es durch einen Bug offenbar möglich ist, auch hierüber andere Nutzer auszuspionieren. Zwar sei dem Unternehmen kein Fall bekannt, bei dem dies auch wirklich in der Praxis durchgeführt wurde, dennoch habe man sich dazu entschlossen, die Funktion zu deaktivieren, bis das Problem mit einem Softwareupdate behoben ist. Ähnlich wie bei der angesprochenen FaceTime-Problematik dürfte auch dies bedeuten, dass die Walkie-Talkie-App dann nur mit der aktuellsten watchOS-Version wieder funktioniert.
Nachfolgend Apples Statement im Wortlaut:
We were just made aware of a vulnerability related to the Walkie-Talkie app on the Apple Watch and have disabled the function as we quickly fix the issue. We apologize to our customers for the inconvenience and will restore the functionality as soon as possible. Although we are not aware of any use of the vulnerability against a customer and specific conditions and sequences of events are required to exploit it, we take the security and privacy of our customers extremely seriously. We concluded that disabling the app was the right course of action as this bug could allow someone to listen through another customer’s iPhone without consent. We apologize again for this issue and the inconvenience.
Weiterhin im wöchentlichen Wechsel veröffentlicht Apple neue Beta-Versionen für die aktuellen Betriebssystemversionen wie iOS 12 und Co. und für die ab Herbst verfügbaren neuen Betriebssysteme um iOS 13 und macOS Catalina. Die Schlagzahl die Apple dabei an den Tag legt, ist schon beeindruckend. So steht inzwischen bereits die sechste Vorabversion von iOS 12.4 zum Download bereit. Und das nur wenige Wochen nach der ersten Beta. Bei watchOS 5.3 und tvOS 12.4 geht es ein wenig langsamer voran, hier stehen seit wenigen Minuten die jeweils fünften Betaversionen zur Verfügung, bei macOS 10.14.6 ist es die vierte.
Die neuen Versionen können aktuell ausschließlich von registrierten Entwicklern geladen werden, Teilnehmer am Public Beta Programm dürften im Laufe der nächsten Stunden jedoch ebenfalls versorgt werden. Aus den ersten Betas sind keine wirklich relevanten Neuerungen bekanntgeworden. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass Apple verschiedene Dinge vorbereitet, die unter Umständen auch mit der demnächst in den USA anstehenden Ausgabe der physischen Version der Apple Card zusammenhängen. Die großen Neuerungen aus dem März-Event, wie Apple TV+ oder Apple Arcade folgen jedoch erst im Herbst mit iOS 13.