Gemeinsam mit iOS 14 fanden bekanntermaßen auch neue Emojis ihren Weg auf die iPhones dieser Welt. Nun hat das Unicode Consortium die 217 neuen Emojis vorgestellt, die im kommenden Jahr in der Emoji-Version 13.1 verfügbar sein werden. Verglichen mit den recht großen Sprüngen der vergangenen Jahre wird das kommende Jahr in Sachen Emojis dabei ein eher ruhiges werden. Alle neuen Bildchen lassen sich bei Emojipedia einsehen. Dabei wird schnell klar, dass sich 217 neue Symble zwar zunächst erstmal nach viel anhören mögen, in der Realität sind es allerdings hauptsächlich Variationen von bestehenden Emojis, beispielsweise mit Hinblick auf die Hautfarbe oder das Geschlecht. Komplett neu sind beispielsweise ein brennendes und ein verbundenes Herz, ein Gesicht in den Wolken, eines das ausatmet oder eines mit spiralenförmigen Augen.

Vermutlich sind es die erstmals angebotenen Widgets, die sich frei auf dem Display anordnen lassen, die ein großes Interesse an iOS 14 ausgelöst haben. Denn wie die App-Analysten von Mixpanel ermittelt haben, befindet sich iOS/iPadOS 14 inzwischen bereits auf 25% aller aktiven iPhones, iPads und iPod touchs - und das nur fünf Tage nach seiner Veröffentlichung. Damit verbreitet sich iOS 14 offenbar auch schneller als sein direkter Vorgänger, der es im selben Zeitraum auf ca. 20% der Geräte schaffte. Eine weitere von den Nutzern positiv aufgenommene Neuerung ist die Möglichkeit, eigene Standard-Apps, beispielsweise für den Browser oder die Mail-App festzulegen. Zu bedenken ist, dass es sich bei den Mixpanel-Zahlen nicht um offizielle Apple-Zahlen handelt. Diese werden in der Regel erstmals einen Monat nach Veröffentlichung des neuen Betriebssystems bekanntgegeben, liegen aber meist im selben Bereich wie die von Mixpanel.
Die Veröffentlichung von Xcode 12.2 hatte es am gestrigen Abend bereits angekündigt. In der Nacht sorgte Apple dann für Klarheit und veröffentlichte die jeweils ersten Betas von iOS/iPadOS 14.2, tvOS 14.2 und watchOS 7.1 für registrierte Entwickler. Unklar ist, was aus iOS/iPadOS 14.1 und tvOS 14.1 geworden ist und ob Apple diese Versionen tatsächlich komplett auslassen wird. Die neuen Vorabversionen können OTA geladen werden und bringen auf dem iPhone und iPad auch kleinere Neuerungen mit. So findet man im Kontrollzentrum nach dem Update eine neue Option, um eine Songerkennung per Shazam besonders schnell zu starten. Ebenfalls neu im Kontrollzentrum findet man in iOS/iPadOS 14.2 Musikempfehlungen aus Apple Music wenn gerade keine Musik aktiv abgespielt wird.
Aktuell ist unklar, wann Apple die finale Version des Updates für alle Nutzer veröffentlichen wird. Möglicherweise fällt die Veröffentlichung jedoch mit dem Verkaufsstart der noch ausstehenden neuen iPhone-Generation zusammen.
Bereits am Montag und damit zwei Tage vor der Veröffentlichung von iOS hatte Apple die Firmware der AirPods Pro auf die Version 3A283 gehoben und damit die Grundlage für ein neues Feature in iOS 14 namens "Spatial Audio" oder hierzulande "3D-Audio" gelegt. Vorgestellt und angekündigt hatte Apple die neue Funktion bereits auf der WWDC im Juni. Nach der Veröffentlichung von iOS 14 für alle Nutzer am gestrigen Abend kann sie nun also auch endlich genutzt werden. Und ich denke, ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass der Unterschied beinahe unfassbar ist.
Voraussetzung für die Nutzung von 3D-Audio sind die AirPods Pro mit der angesprochenen Firmware, ein unterstütztes iPhone oder iPad und Video-Inhalte, die die neue Autio-Funktion unterstützen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, erhalten die AirPods Pro einen unfassbar klingenden räumlichen 3D-Klang, der Apple zufolge dem Hörerlebnis in einem Kino entspricht. Hierzu nutzt man das integrierte Gyroskop, welches den Klang nicht nur dynamisch den Kopfbewegungen des Anwenders anpasst, sondern dabei auch noch die Position der Wiedergabequelle, sprich des iPhone oder iPad berücksichtigt.
Um selbst auszuprobieren, wie sich das neue Klangerlebnis anhört, kann man sich bei gekoppelten AirPods Pro in die Bluetooth-Einstellungen des iPhone begeben und hier auf das kleine i-Symbol neben den Ohrhörern tippen. Im erscheinenden Menü kann 3D-Audio nun nicht nur aktiviert, sondern auf dem eingeblendeten Screen auch gleich ausprobiert und mit dem herkömmlichen Stereo-Sound verglichen werden. Apple hat hierzu inzwischen auch ein entsprechendes Support-Dokument veröffentlicht, welches die einzelnen Schritte noch einmal dokumentiert.

Ich persönlich bin schon sehr gespannt auf die ersten Inhalte und hoffe, dass auch das Apple TV demnächst mit der entsprechenden Unterstützung von Apple bedacht wird. Wer mag, kann 3D-Audio auch mit dem über die folgende Webseite verfügbaren Dolby Atmos Trailer ausprobieren. Die Apple TV+ Serie "Ted Lasso" soll ebenfalls bereits über eine angepasste Tonspur verfügen.
Die vielleicht von den meisten Nutzern am sehnlichsten erwartete neue Funktion in iOS 14 sind die neuen, frei auf dem Homescreen platzierbaren Widgets. Und es ist auch nicht übertrieben zu behaupten, dass es sich hierbei um die größte Veränderung der iOS-Benutzeroberfläche handelt, seit es Apple gestattet hat, die Icons frei auf dem Display anzuordnen. Erstmals wird dabei auch das Raster aufgebrochen, in dem sich die Homescreen-Elemente bisher anordnen mussten. Und Apple hat es dabei nicht belassen, sondern bietet die Widgets direkt in verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Die Kollegen von 9to5Mac haben ein umfangreiches, bebildertes Tutorial zusammengestellt, wie man die Widgets unter iOS 14 nutzt. Dieses gebe ich an dieser Stelle gerne wieder.
Um ein oder mehrere Widgets auf den Homescreen zu bringen, muss man zunächst den Homescreen in den Bearbeitungsmodus versetzen, sprich die Icons zum wackeln bringen. In diesem Modus findet man nun einen neuen + Button in der linken oberen Ecke über den man in die Widget-Auswahl gelangt. Hier sucht man sich nun das gewünschte Widget in der passenden Größe aus und tippt anschließend auf "Widget hinzufügen", um es auf den Homescreen zu bringen. Anschließend kann man es dort genauso wie auch die App-Icons frei bewegen und platzieren. Die meisten Widgets stehen dabei in drei unterschiedlichen Größen zur Verfügung.

Eine wirklich clevere Variante der Widgets sind die sogenannten "Smart Stacks", bei denen sich mehrere Widgets quasi übereinandergestapelt auf den Homescreen bringen lassen. Man kann entweder die von Apple vorgeschlagenen Smart Stacks nutzen oder sich seine eigenen erzeugen. Hierzu zieht man einfach ein Widget auf ein anderes gleicher Größe. Ganz so also, als wollte man einen Ordner für mehrere Apps erzeugen. Insgesamt 10 Widgets kann man auf diese Weise stapeln. Hat man einen Smart Stack erzeugt, kann man zwischen den verschiedenen gestaplten Widgets einfach mit einem vertikalen Swipe wechseln. Dank Maschinenlernen erkennt iOS aber auch, welche Widgets zu welcher Tageszeit am sinnvollsten anzuzeigen sind und setzt dieses entsprechend um.

In den kommenden Wochen dürfte das Angebot an verfügbaren Widgets stetig wachsen, da auch externe Entwickler diese für ihre Apps bereitstellen dürfen. Überraschenderweise ein wenig in die Röhre schauen Nutzer eines iPad. Hier können die Widgets nämlich (warum auch immer) nicht frei auf dem Display platziert werden, sondern sind, ähnlich wie am Mac, auf die Heute-Leiste begrenzt.

Eine der großen Neuerungen in iOS/iPadOS 14 ist auch die Möglichkeit, künftig eigene Standard-Apps für bestimmte Anwendungen, wie beispielsweise den Browser oder die Mail-App zu setzen. Dies kann inzwischen auch schon direkt ausprobiert werden. So hat beispielsweise Microsoft bereits Updates für seine Outlook für iOS App oder auch seinen Browser Edge für iOS veröffentlicht, die diese neue Funktion in iOS 14 unterstützen. Um diese Apps als Standard für ihre jeweilige App-Kategorie zu setzen, begibt man sich nach dem Update einfach in die Einstellungen, hier zu der entsprechenden App und findet dort dann eine Einstellung, mit der man sie zum systemweiten Standard machen kann.

Das Warten hat (schneller als erwartet) ein Ende. Wie auf dem gestrigen Event angekündigt, hat Apple soeben die finale Version von iOS/iPadOS 14 zum Download bereit gestellt. Dabei handelt es sich um dieselbe Buildnummer wie beim Golden Master Build vom gestrigen Abend. Mit dem Update bringt Apple in diesem Jahr neben den gewohnten Verbesserungen, mehr Leistung und einer besseren Stabilität auch diverse neue Funktionen und optische Veränderungen am Homescreen auf die iPhones und iPads dieser Welt. Unterstützt wird das Update von allen iPhones ab dem iPhone 6s aufwärts, auf allen iPads ab dem iPad der 5. Generation aufwärts, auf allen iPad mini ab dem iPad mini 2 aufwärts, auf allen iPad Pros und auf dem aktuellen iPod touch der 6. Generation (ich hoffe ich habe nichts vergessen). Es steht für alle User auf allen genannten Geräten kostenlos zur Verfügung.
Ich empfehle vor dem Update noch einmal einen Blick in meine iOS 14 Update-Checkliste, damit man nicht in unerwartete Probleme läuft. Zu den prominentesten neuen Funktionen und Änderungen von iOS 14 zählen:
- Frei auf dem Homescreen platzierbare Widgets
- App Mediathek
- Kompaktere Anzeige von eingehenden Anrufen
- Verbesserungen bei der Suche
- Verbesserungen bei iMessage
- Neue Memojis
- Radfahrrouten in Apple Karten
- Neue Übersetzungs-App
- Kompaktere Anzeige von Siri
- Verbesserungen bei der Home-App
- Automatische Übersetzung von Webseiten in Safari
- Apple Car Key
- Verbesserungen bei CarPlay
- Spatial Audio und automatischer Wechsel für die AirPods
- App Clips
- uvm.
Das Update auf iOS 14 kann aktuell bereits OTA (Over the Air) geladen werden. In Kürze sollte es auch per iTunes zu laden sein. Alternativ gibt es den Direktdownload auch über diese Webseite. Die Apple Server dürften speziell in den ersten Minuten stark überlastet sein. Habt also ein wenig Geduld und anschließend viel Spaß mit iOS 14!
Übrigens: Falls man nach der Freigabe der finalen Version von iOS aus dem Public Beta Programm aussteigen möchte, erklärt Apple doe hierfür nötigen Schritte in einem zugehörigen Support-Dokument.